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Josera Futtermittel für Kälber / Ratgeber / Management-Regeln rund um die Geburt Ihres Kalbs

Management-Regeln rund um die Geburt Ihres Kalbs

Ein Kalb wird geboren. Ein weibliches. Von einer guten Kuh. Der Vater ein hervorragender Vererber. Dieses Tier soll in zwei Jahren selbst ein Kalb gebären und dann eine leistungsstarke Kuh sein.

Bis dahin sind einige Herausforderungen zu meistern. Wie geht es dem Kalb gleich nach der Geburt? Es hat kaum Energiereserven, kommt in eine von Keimen besiedelte Außenwelt. Von der Mutter hat es noch keinen maternalen Schutz bekommen. Den muss sich das Kalb erst durch die Aufnahme der Biestmilch erwerben. Lesen Sie in diesem Ratgeber mehr über die richtige Versorgung Ihrer Kälber und Kühe während und nach der Geburt:

JOSERA Rind im Stall, neugeborenes Kalb

4-Phasen der Geburt

Vorbereitungsphase:
Erste Anzeichen der nahenden Geburt sind zu erkennen, die Kuh beginnt Euter und Euterödem zu entwickeln, die Scheide wird schlaff, die Beckenbänder sinken ein, der Schleimpfropf geht ab und die Milch beginnt einzuschießen. Diese Phase kann unterschiedlich lang dauern, doch meist treten diese Anzeichen 48 – 12 Stunden vor der Geburt ein.

Eröffnungsphase:
Die Wehentätigkeit setzt ein und die noch intakte Fruchtblase beginnt den Muttermund zu weiten. Die Kuh wird unruhig, frisst nicht mehr recht, steht häufig auf und legt sich wieder hin und streckt vielleicht den Schwanz nach hinten. Im Idealfall platzen die Fruchthäute erst, wenn sie durch die Schamspalte sichtbar werden.

JOSERA Rind beim kalben

Für gewöhnlich platzt zuerst die Wasserblase (harnartiges Wasser) und danach die Schleimblase (schleimiges Wasser). Diese Anzeichen sind 12 – 6 Stunden vor der Geburt zu erkennen.

Austreibungsphase:
Diese Phase beginnt mit dem Einsetzen der Presswehen, sobald das Kalb auf die Druckrezeptoren im Muttermund drückt. Mit den ersten Presswehen platzt in der Regel die Schleimblase. Haben die Presswehen eingesetzt, liegt die Kuh meist mit gestreckten Gliedmaßen auf der Seite und atmet angestrengt. Der normale Fortschritt ist daran zu erkennen, dass das Kalb pro Wehenschub etwa 1-2 cm nachrückt

Nachgeburtsphase:
Innerhalb von 8 Stunden sollte sich die vollständige Nachgeburt abgelöst haben. Ist dies nicht der Fall, braucht die Kuh tierärztliche Betreuung. Die Gründe für einen verzögerten Abgang der Nachgeburt sind vielfältig, so spielen die Trächtigkeitsdauer (zu kurz wie auch zu lang), Infektionen, Stress, Geburtshilfe, Geburtseinleitung sowie Mangel an Vitamin A, E, Jod oder Selen eine Rolle. Besonders die unterdrückte Freisetzung des Calciums durch das Parathormon kann hier Schuld sein. Ein gezieltes Geburtsvorbereitungsmineralfutter, wie JOSERA Prophos, kann hier solche Probleme verhindern

Was ist während der Geburt zu beachten?

Unnötiges Eingreifen während der Kalbung kann schwerwiegende Folgen haben. Es kann zu Nachgeburtsverhalten und Gebärmutterentzündungen kommen, aber auch den Tod von Mutter und Kalb nach sich ziehen. Eine Grundregel lautet: Ruhe bewahren und beobachten.

Bevor deutliche Geburtsanzeichen auftreten sollte die Kuh in eine saubere Abkalbebox umgestallt werden. Ein zu spätes Umstallen (Vorderbeine schon sichtbar) kann zu Schwergeburten führen.

Wenn Geburtsanzeichen vorhanden sind, das Tier möglichst unauffällig aber häufig beobachten. Sobald eine Unterbrechung des normalen Verlaufs eintritt, klären Sie mit einer vaginalen Untersuchung die Ursachen.

JOSERA Rind im Stall stehend, Landwirt leistet Geburtshilfe

Sorgen Sie bitte dafür, dass der Kuh genügend Platz auf trockener und sauberer Einstreu zur Verfügung steht und dass auch hinter der Kuh genügend Platz besteht, um gegebenenfalls Zughilfe leisten zu können.

Wann sollte der Tierarzt gerufen werden?

  • bei Verdacht auf einer Gebärmutterdrehung
  • wenn Lage-, Stellung- und Haltungsanomalie nicht zu berichtigen sind
  • wenn die Dauer der Geburt länger als 20 Min ist, bzw. kein Fortschritt im Geburtsverlauf zu erkennen ist oder der Auszug nach 20 Min noch nicht erfolgreich war
  • wenn bemerkbare Verletzungen oder Blutungen am Muttertier festgestellt werden

Schwergeburten und Geburtshilfe sind oft die Ursache weiterer Probleme wie, Unfruchtbarkeit und Stoffwechselstörungen. Durch eine sachgemäße Geburtshilfe und eine optimale Vorbereitungsfütterung mit einem Geburtsvorbereitungsmineral können diese Probleme reduziert werden (JOSERA Prophos).

Ist die Kuh in Ordnung?

Hat die Kuh die Geburt erfolgreich überstanden, sollten trotzdem noch folgende Punkte geprüft werden:

  • Befindet sich ein weiteres Kalb im Geburtsweg
  • Liegen Blutungen oder andere Verletzungen vor
  • Hat die Kuh Fieber oder Untertemperatur?

Ist alle in Ordnung, sollten Sie dafür sorgen, dass die Kuh jetzt schnellstmöglich ans Fressen und ans Saufen kommt, um den Pansen zu füllen. Energie ins Tier zu bekommen und eine Labmagenverlagerung zu vermeiden, ist von besonderer Bedeutung. Hilfreich können hier Zusatzprodukte sein, welche noch zusätzlich den Elektrolythaushalt der Kuh unterstützen, wie JOSERA Vitaltrunk.

Um die Kuh zusätzlich zum Fressen zu animieren, wird bei vielen Praktikern das Kalb direkt nach der Geburt in die mit frischem Futter gefüllte Futterkrippe gelegt und vom Muttertier abgeleckt. Nach dem Entfernen des Kalbes wird die Kuh das mit Fruchtwasser und Geburtsschleim kontaminierte Futter zum größten Teil auffressen und damit Ihren Pansen füllen.

Für weitere Tipps und Anregungen kontaktieren sie ihren JOSERA Fachberater.

Standardarbeitsanweisung für die Abkalbung:

1. Kalb sofort von der Kuh trennen, um die Gefahr der Übertragung von Paratuberkulose, E. Coli oder Rota/Corona einzudämmen.
2. Nabeldesinfektion beim Kalb
3. Gewicht erfassen, Ohrmarke einziehen, Kalbung dokumentieren
4. Kalb in gereinigter und desinfizierter Einzelhaltung mit reichlich Stroh unterbringen
5. Kalb sofort mit frischem Kolostrum versorgen. Um die unterschiedliche Qualität auszugleichen, wird das Kolostrum generell mit Colostrin aufgewertet.
6. Qualität des Kolostrums prüfen

Erstversorgung Kalb

Das Gewicht eines neugeborenen Kalbes (Schwarzbunt) beträgt in etwa 35-45 Kilogramm. In der Praxis gibt es verschiedene Vorgehensweisen bei der Erstversorgung des Kalbes. Hierzu ist wichtig zu wissen, dass das Kalb nach der Geburt keine Energiereserven besitzt und das Immunsystem stark defizitär ist. Die Aufnahme von mindestens zwei Litern Biestmilch in den ersten vier Stunden nach der Geburt ist essentiell, damit Antikörper aus der Muttermilch im Darm aufgenommen werden und zur passiven Immunisierung des Kalbes führen. Ohne diese Antikörper ist das Kalb schutzlos gegenüber Erregern, und eine Infektion ist vorprogrammiert. Daher ist darauf zu achten, dass dem Kalb eine ausreichende Menge an Biestmilch verabreicht wird. Am ersten Tag sollten dies mindestens 4 Liter sein. Beim Vertränken sollte das Kolostrum eine Temperatur von 38 - 40 °C haben. Wenn das Kalb nicht selbständig säuft, sollte das Kalb gegebenenfalls gedrencht werden, da die Aufnahme der Immunglobuline über die Darmschranke zeitlich begrenzt ist.

JOSERA Kalb im Kälberiglu stehend, mit Frau, die es versorgt

Abbildung:
Durchlässigkeit des Darms für die Immunglobuline in Abhängigkeit vom Zeitverlauf in den ersten Lebenstagen.
JOSERA Grafik, die die Durchlässigkeit des Darms in Abhängigkeit vom Zeitverlauf der ersten Lebenstage zeigt

Das Kalb beginnt erst in der 2. Lebenswoche die eigene Immunabwehr aufzubauen.

Risiken bestehen also zwischen der 2. und 4. Lebenswoche, dem „Immun-Loch“.

Viele Betriebe legen eine eigene Kolostrumbank mit hochwertigem Erstgemelken an.

Das Anlegen einer Kolostrumbank ist das preiswerteste und sicherste Verfahren einer ausreichenden Antikörperversorgung. Im Kühlschrank ist Kolostrum 5-7 Tage haltbar.

Eingefrorenes Kolostrum (-18 C°) ist 6 Monate haltbar.

Viele Betriebe legen eine eigene Kolostrumbank mit hochwertigem Erstgemelken an. Das Anlegen einer Kolostrumbank ist das preiswerteste und sicherste Verfahren einer ausreichenden Antikörperversorgung. Im Kühlschrank ist Kolostrum 5-7 Tage haltbar. Eingefrorenes Kolostrum (-18 C°) ist 6 Monate haltbar.

JOSERA BiestmilchspindelUntersuchungen zeigen, dass der Immunglobulingehalt im Kolostrum von Mehrkalbskühe tendenziell höher ist als von Jungkühen.

Jedoch hängt die Kolostrumqualität auch vom Gesundheitszustand der Kuh, der Fütterung, der Dauer der Trockenstehzeit sowie der Menge des Erstgemelks ab.

Das bedeutet, dass das Kolostrum einer Mehrkalbskuh aufgrund der genannten Einflussfaktoren nicht zwingend besser ist, als das einer Jungkuh. Deshalb ist zur Kontrolle der Einsatz eines Kolostrometers (Biestmilchspindel) sehr empfehlenswert.

JOSERA Colostrin funktioniert nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Es deaktiviert Krankheitserreger mit Hilfe der speziellen Immunglobuline und stärkt dadurch die Abwehrkräfte des Kalbes.

Das Kolostrum einfrieren?

Welche Auswirkungen hat das Einfrieren?

Positiv: Das Einfrieren stoppt die Vermehrung von Keimen.
Negativ: Es zerstört die weißen Blutkörperchen. Man verliert somit deren stimulierende Wirkung auf die zelluläre Immunität des Kalbes.

Sorgfalt beim Auftauen des Kolostrums ist angesagt!

Das Auftauen sollte schnell geschehen, da Temperaturen von 4 bis 40 Grad die Vermehrung von Keimen begünstigen. Dabei dürfen die Antikörper jedoch nicht über 50°C erhitzt werden. Sonst werden diese denaturiert und verlieren ihre Wirkung. Idealerweise ist das Kolostrum im Wasserbad bei ~50°C aufzutauen. Hierbei ist es von Vorteil schon vor dem Einfrieren an ein schonendes Auftauen zu denken. Es empfiehlt sich das Kolostrum in flachen Beuteln (bspw. mit Zippverschluss) einzufrieren und nicht in Plastikflaschen oder alten Eisbehältern. Die große Oberfläche der flach eingefrorenen Portionen ermöglicht ein schonendes und schnelles Auftauen. Die Versorgung des Kalbes mit Antikörpern kann getestet werden durch die Bestimmung des Gehalts an Immunglobulinen im Blut. So wird das Verfahren im Betrieb objektiv beurteilt.

 

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